Leseprobe Kapitel 1 – Die Ankunft
Tim
Die Straße hörte auf, bevor das Navi es tat.
Irgendwo hinter Lüchow war der Asphalt zu Schotter geworden, dann zu zwei Spurrillen im Gras und jetzt holperte Luis' Polo über einen Feldweg, der im Nebel verschwand. Das Navi zeigte eine graue Fläche. Kein Straßenname. Keine Ortsmarkierung. Nur die Koordinaten, die Luis irgendwo im Netz ausgegraben hatte.
»Sieht richtig aus«, sagte Luis.
Tim nickte. Er nahm sein Handy aus der Jackentasche. Zwei Balken, dann einer, dann keiner. Dann wieder einer. Er tippte eine Nachricht an Jana: Sind gut angekommen. Wendland ist schön, auch im Nebel. Meld mich heute Abend. Drück Mila. Das Häkchen wurde grau. Dann blau. Gesendet.
Brüder-Wochenende. So hatten sie es genannt. Luis hatte die Idee gehabt. An dem Abend in Mutters Wohnung, als sie das Tagebuch zum dritten Mal gelesen hatten, Seite für Seite. Luis am Küchentisch, Tim auf dem Boden mit dem Rücken an der Heizung. Keiner von beiden hatte gesagt, was sie beide dachten, bis Luis das Buch zuklappte und sagte: »Wir fahren hin.«
Und Tim hatte ja gesagt. Nicht sofort. Erst hatte er an Jana gedacht, an Mila, an die Baustelle in Laatzen, wo sie nächste Woche die Bewehrung prüfen sollten. Dann hatte er an das Tagebuch gedacht. An die Einträge, die harmlos anfingen und irgendwo aufhörten, es zu sein. An die herausgerissenen Seiten.
Ja, hatte er gesagt. Okay.
Mit Luis war es immer so gewesen. Einer sagte: »Wir machen das.« Und der andere kam mit. Manchmal mit Widerworten, manchmal widerwillig, aber am Ende doch. Früher auf den Bolzplatz hinter den Garagen, später nachts raus, irgendwohin, Hauptsache weg von der Wohnung und dem, was drin war. Es hatte in ihrer Kindheit keinen Vater gegeben, der Dinge auffing oder für sie da war. Also hatten sie irgendwann angefangen, einander aufzufangen.
Danach, in den Nächten vor der Fahrt, war es ein Satz aus dem Tagebuch gewesen, der ihn nicht schlafen ließ: Vater erkennt mich manchmal nicht mehr. Nicht vergessen – verwechselt.
Jana kannte diesen Satz nicht. Für sie war es ein Brüder-Wochenende im Wendland gewesen. Als Tim es ihr erzählt hatte, hatte sie gelächelt. Einfach, sauber, keine Fragen. Tut euch gut, hatte sie gesagt. Ihr habt euch in letzter Zeit kaum gesehen. Sie hatte nicht weiter gefragt. Und Tim hatte nichts weiter gesagt. Sonntagabend wäre er zurück. Das hatte er versprochen, und er hatte es so gemeint.
Tim steckte das Handy in die Jackentasche.
»Wie weit noch?«
Luis beugte sich über das Lenkrad und wischte mit dem Ärmel über die beschlagene Windschutzscheibe. Draußen: flaches Land, Birken mit nassen Stämmen, ein Entwässerungsgraben, in dem sich braunes Wasser kaum bewegte. Dahinter Nebel. Er lag auf dem Boden, dick und feucht und fraß die Landschaft ab einer Höhe von vielleicht zwei Metern.
»Einen Kilometer. Vielleicht zwei.« Luis schaltete die Scheinwerfer ein. »Der Feldweg müsste direkt an den Zaun führen.«
Tim drehte sich um. Auf der Rückbank lag eine kleine Reisetasche, ein zusammengerollter Schlafsack, noch einer, eine Tüte mit Brot, Bananen, Dosenravioli, Proteinriegeln, ein paar Flaschen Wasser und zwei Taschenlampen.
»Kein Hotel?«, fragte Tim.
»Wofür? Wir haben Schlafsäcke.«
»Ich dachte, wir übernachten in Lüchow. In einer Pension oder so.«
Luis zuckte die Schultern. »Wir sind vor Ort. Wir haben ein ganzes Wochenende. Warum zig Kilometer hin und zurück fahren, wenn wir direkt da schlafen können, wo wir hinwollen?«
Tim sagte nichts. Er sah die Schlafsäcke, die Dosenravioli, die Taschenlampen. Kein Hotel, keine Pension, kein Plan B. Luis hatte nicht eingepackt für ein Wochenende im Wendland. Er hatte eingepackt für ein Wochenende in Moldow. In der Stadt selbst. Und wahrscheinlich hatte er es schon gewusst, als er Tim den Vorschlag gemacht hatte.
Aber Tim sagte nichts.
Der Polo schaukelte über die Spurrillen, Gras streifte den Unterboden, irgendwo klopfte etwas im Kofferraum. November im Wendland. Halb zehn morgens und es sah aus wie kurz vor Sonnenuntergang.
Drei Wochen seit der Beerdigung. Regen, wenig Leute, ein Pfarrer, der ihren Namen falsch ausgesprochen hatte. Wulff, mit U, hatte Luis leise gesagt, auf der Bank, zu niemandem. Danach die Wohnung. Vierundsechzig Jahre in Kartons, und Tim hatte gedacht: So wenig. Und dann die Schublade im Nachttisch, und das Tagebuch und alles, was danach kam.
Ihre Mutter hatte nie über Moldow gesprochen. Nie. Nicht ein Wort, in dreißig Jahren. Tim hatte als Kind gefragt, einmal, vielleicht zweimal und sie hatte die Frage weggeräumt wie einen Gegenstand der nicht auf den Tisch gehört. Irgendwann hatte er aufgehört zu fragen.
Über alles andere hatte sie geredet: Rechnungen, Elternabende, Arzttermine. Eine Frau, die funktionierte. Die ihr Leben mit Listen zusammenhielt, mit Struktur, mit Dingen, die ihren Platz hatten. Nur über sich selbst sprach sie nicht. Und wenn Luis fragte – Luis hatte öfter gefragt – wurde ihr Gesicht glatt und sie wechselte das Thema.
Und dann das Tagebuch. Die herausgerissenen Seiten. Die Lücken, die schlimmer waren als das Geschriebene.
»Da!«, sagte Luis.
Tim sah es im selben Moment. Ein Zaun. Maschendraht, zwei Meter hoch, oben Stacheldraht. Verrostet, an manchen Stellen durchgebogen, an einer Stelle lag ein Pfosten schräg im Gras. Davor ein Schild, weiß mit roter Schrift.
Luis stellte den Motor ab.
Stille.
Nicht Stille wie Ruhe. Stille wie Abwesenheit. Kein Motor, kein Wind, keine Vögel. Tim öffnete die Tür und die Luft kam rein, feucht und kalt und darunter lag etwas anderes. Ein Geruch. Erde. Moor. Und noch etwas, das er nicht einordnen konnte.
Luis stand schon draußen, die Hände in den Taschen seiner Jacke, und las das Schild.
SPERRGEBIET. BETRETEN UND BEFAHREN VERBOTEN.
KONTAMINATIONSGEFAHR.
LANDKREIS LÜCHOW-DANNENBERG.
Darunter ein zweites, kleineres Schild, älter, die Schrift kaum noch lesbar. Irgendetwas mit Sanierungsgebiet und einer Telefonnummer.
»Kontamination…«, sagte Tim.
»Gorleben ist dreißig Kilometer weg«, sagte Luis. Er ging am Zaun entlang, eine Hand am Maschendraht. Der Draht gab nach unter seinem Gewicht, rostbraune Flocken rieselten ab. »Die haben hier nie was gelagert. Das Schild steht seit fünfundzwanzig Jahren und den Zaun hat seit fünfzehn Jahren keiner mehr angefasst. Wenn hier wirklich etwas wäre, sähe das anders aus.«
Tim betrachtete den Zaun. Luis hatte recht. Kein frischer Draht, kein Wartungshinweis, keine Kameras. Das war kein aktives Sperrgebiet. Tim kannte das aus seinem Beruf – Absperrungen, die stehen blieben, weil niemand den Antrag stellte, sie abzubauen. Das Wendland war voll davon.
Tim ging zurück zum Polo. Schlafsäcke in die Reisetasche, die Tüte mit dem Essen obendrauf, Wasserflaschen, Taschenlampen. Er nahm die Tasche und ging zurück.
Luis hatte eine Stelle gefunden, an der der Zaun sich vom Pfosten gelöst hatte. Er zog den Draht hoch, zwängte sich durch, hielt ihn von der anderen Seite auf. Selbstverständlich. Keine Pause, kein Zögern. Er war schmal, dunkle Haare fielen ihm in die Stirn, die Jacke offen, als hätte er vergessen, dass November war.
So war Luis schon als Kind gewesen – durch die Tür bevor andere überlegt hatten, ob sie klopfen sollten. Nur dass er diesmal nicht neugierig aussah. Er sah aus wie jemand, der endlich ankommt. Früher war Tim ihm hinterher, wenn draußen irgendwer Stress wollte oder irgendwas kippte. Nicht weil Luis Streit suchte. Sondern weil er nie zurückwich, wenn etwas auf sie zukam. Gegen Tim hatte er seine Hände nie gehoben. Nicht als Kind, nicht später. Nicht einmal in den Jahren, in denen sie über fast alles streiten konnten.
»Komm.«
Tim duckte sich unter dem Draht hindurch. Der Stacheldraht streifte seinen Rücken, riss einen Faden aus der Jacke. Luis ließ los. Der Draht federte zurück, schwang einmal, wurde still.
Sie standen auf der anderen Seite.
Tim sah zurück. Der Polo stand hinter dem Zaun, grau und klein und normal. Das Nummernschild noch lesbar. Ein Duftbaum am Rückspiegel, vertrocknet. Er wandte sich um.
Vor ihnen ein Weg. Nicht der Feldweg von vorhin. Dieser war schmaler, zugewachsener, kaum mehr als eine Lücke zwischen den Bäumen. Gras kniehoch, nass vom Nebel. Spurrillen im Boden, alt, eingesunken, von Jahren überwuchert. Irgendwann waren hier Fahrzeuge gefahren. Jetzt wuchs Moos in den Rillen, dicke Polster, die unter den Schuhen nachgaben.
»Laut Karte müssten es anderthalb, zwei Kilometer sein«, sagte Luis. Er hatte das Tagebuch herausgeholt, die Skizze, Mutters Handschrift. Straßen, Kreuzungen, ein Kreuz am Rand. Darunter: Mama und Papa. »Der Weg geht durch den Wald, dann runter ins Moor, und dahinter liegt das Dorf.«
Sie gingen.
Nach zwanzig Metern sah Tim den Zaun nicht mehr. Kiefern zuerst, gerade Stämme, der Boden weich von Nadeln. Dazwischen Birken, dünn und weiß, die im Nebel aussahen wie hingestellt, absichtlich, in gleichmäßigen Abständen, obwohl Tim wusste, dass das Zufall war. Bäume wachsen nicht in Reihen. Aber sie sahen so aus hier, und er wusste nicht, warum ihn das störte.
Luis redete. Über das Tagebuch, über die Einträge, die Lücken, was die Mutter geschrieben und was sie ausgelassen hatte. Seine Stimme klang anders hier. Flacher. Enger. Als würde der Wald sie aufnehmen, bevor sie Tims Ohren erreichte.
»Die muss irgendwas gewusst haben, als sie weggegangen ist. Irgendwas, das so schlimm war, dass sie dreißig Jahre lang –«
»Ja.«
»– kein Wort gesagt hat. Kein Wort, Tim. Über ihre Eltern. Über den Ort, wo sie aufgewachsen ist. Wer macht das?«
»Jemand, der nicht drüber reden will.«
»Oder jemand, der nicht drüber reden darf.«
Tim antwortete nicht. Die Kiefern standen jetzt enger. Weniger Birken. Das Licht, das ohnehin kaum durch den Novemberhimmel kam, wurde von den Nadelbäumen geschluckt. Unter seinen Füßen knackte etwas – ein Ast, dürr, mit einem Geräusch, das zu laut war für den Wald. Er zuckte zusammen. Nur ein Ast.
Fünf Minuten. Zehn. Der Weg führte leicht abwärts, unmerklich, aber Tim spürte es in den Knien. Sie gingen bergab. In eine Senke. Er erinnerte sich an die topographische Karte, die Luis auf dem Laptop gezeigt hatte. Moldow lag in einer Mulde, einer eiszeitlichen Senke, zwanzig, dreißig Meter tiefer als das umliegende Land. Drumherum: Moor.
Luis war ein paar Schritte voraus, wie immer. Er ging schneller, wenn er aufgeregt war, als könnte sein Körper das Tempo seiner Gedanken nicht halten. Tim kannte das. Als sie Kinder waren, hatte Luis beim Reden angefangen zu rennen, mitten im Satz, als ob die Beine losmussten, weil der Kopf nicht mehr konnte. Tim war dann immer hinterhergelaufen.
Er lief auch jetzt hinterher.
Irgendwann hörte er auf, mit Luis zu reden und fing an, dem Wald zuzuhören.
Da war nichts.
Kein Vogelruf, kein Flattern in den Zweigen, kein Rascheln im Unterholz. November, ja. Weniger Vögel. Aber nicht keine. In jedem Wald gibt es etwas – einen Eichelhäher, eine Meise, irgendein Tier, das sich bewegt. Hier: Nichts. Die Äste der Birken hingen reglos. Kein Wind.
Tim blieb stehen.
»Was?«, fragte Luis.
»Hör mal!«
Luis blieb stehen. Sie standen im Wald und hörten zu.
Stille.
Aber eine andere Stille. Eine, die Fläche hatte. Die den Raum zwischen den Bäumen füllte, als wäre Luft zu etwas Dichterem geworden.
»Keine Vögel«, sagte Tim.
Luis zuckte die Schultern. »November.«
»Auch im November gibt es Vögel.«
»Vielleicht nicht hier. Sperrgebiet, keine Menschen seit Jahren, vielleicht haben sich die Tiere einfach –«
»Verzogen?«
»Ja.«
Tim sagte nichts mehr. Er ging weiter. Luis hatte eine Antwort, Luis hatte immer eine Antwort und Tim wollte sie glauben, also glaubte er sie.
Der Wald veränderte sich.
Die Kiefern wurden dünner, standen weiter auseinander. Dazwischen Birken, die nicht in die Höhe gekommen waren, verkrüppelt, schief, als hätte der Boden sie nicht tragen wollen. Erlen mit schwarzer Rinde. Das Gras zwischen den Stämmen war anders – dichter, nasser und dazwischen offene Stellen, an denen der Boden dunkel schimmerte.
Moor.
Tim spürte es unter den Füßen, bevor er es sah. Der Boden gab nach. Weicher als vorhin, tiefer, als hätte jemand den festen Grund abgezogen und etwas Weiches daruntergelegt. Sein linker Schuh sank ein, knöcheltief, und als er ihn rauszog, machte es ein Geräusch wie ein Mund, der sich öffnet.
»Scheiße«, sagte Luis, drei Schritte voraus. Sein rechter Fuß steckte im Torf. Tim streckte die Hand aus. Luis sah sie an, zog den Fuß selbst raus und wischte ihn am Gras ab. Braunes Wasser lief über die Sohle. »Der Weg hört auf.«
Tim sah sich um. Der Waldweg, die Spurrillen, alles verschwand. Vor ihnen lag offenes Moor. Flach, graubraun, Nebelschwaden, die in Fetzen über das Gras zogen. Links und rechts Wasser, das nicht floss, sondern stand, dunkelbraun, an der Oberfläche ein Film aus etwas Gelblichem, das Tim nicht identifizieren konnte. Organisch. Irgendeine Alge, irgendein Belag.
Und dann sah er die Bohlen.
Holzplanken, in den Boden gelegt, hintereinander, wie eine Brücke, die flach auf dem Moor liegt. Ein Bohlenweg. Alt. Das Holz war grau und aufgequollen, manche Planken fehlten, an ihrer Stelle schwarzer Torf. Andere hatten sich verschoben, lagen schief oder waren in der Mitte durchgebrochen. Aber der Weg war da. Jemand hatte ihn gebaut, irgendwann, als hier noch Menschen lebten, die einen Grund hatten, durch dieses Moor zu gehen.
»Na bitte«, sagte Luis. Er trat auf die erste Planke. Sie bog sich unter seinem Gewicht, Wasser quoll links und rechts hoch, aber sie hielt. »Geht doch.«
Tim trat auf die zweite Planke. Sie hielt. Die dritte. Die vierte. Das Holz war nass und glatt unter seinen Schuhen. Bei jeder Planke machte er das, was er auf jeder Baustelle machte. Er schätzte. Tragfähigkeit. Durchbiegung. Die Planken waren vielleicht vierzig Millimeter stark gewesen, die äußeren Schichten aufgelöst, aber der Kern war fest. Sie würden halten. Für zwei Männer, ja.
Der Nebel wurde dichter. Von einem Schritt auf den nächsten. Die Luft hier unten in der Senke war anders. Schwerer. Der Nebel lag nicht mehr auf dem Boden, er war der Boden. Tim sah seine Füße, sah die Planke darunter, sah vier, fünf Planken voraus. Darüber: Grau. Luis war ein Umriss. Drei Meter vor ihm, und schon nur noch ein Umriss.
»Luis. Langsamer.«
»Ja, ja. Ich geh ja nicht verloren.«
Er wurde nicht langsamer.
Der Geruch änderte sich.
Tim bemerkte es, als die Planke unter seinem linken Fuß ein Stück wegsackte. Er musste sich fangen, eine Hand im nassen Gras, das Gesicht plötzlich nah am Boden, am Moor. Und er roch es. Erde, ja. Torf, ja. Nasses Laub, verrottendes Holz. Aber darunter lag etwas, das nicht hierher gehörte. Nicht in ein Moor, nicht in einen Wald, nicht nach draußen. Etwas Süßliches. Nicht süß wie Blumen – süß wie etwas Organisches, das arbeitet.
Tim richtete sich auf. Wischte die Hand an der Hose ab. Das Moos, das am Rand der Planke wuchs, hatte eine Farbe, die ihm auffiel. Nicht das übliche Grün. Dunkler. Und in dem Dunkel etwas Gelbliches, Faseriges, das er für Wurzeln hielt, oder für totes Gras, aber es war zu regelmäßig, zu fein, wie ein Netz. Er sah genauer hin. Die feinen Fäden zogen sich über die Planke, in das Holz hinein, durch die Risse, als wären sie Teil der Maserung.
Er ging weiter. Es war nichts. Moos. Flechten. Was immer auf altem Holz wächst.
Dann wurde der Boden fester.
Die Senke hatte ein Ende. Oder einen Anfang. Dann: Konturen. Erst nur ein Strich. Waagerecht, zu gerade für Natur. Eine Kante. Ein Zaun. Niedriger diesmal, ein Gartenzaun, Holz. Dahinter etwas Schräges. Dachneigung, dreißig Grad vielleicht, Ziegel. Und darunter eine Wand. Und in der Wand etwas Dunkles, Rechteckiges.
Ein Haus. Zehn Meter entfernt, und sie hatten es erst jetzt gesehen.
Dann ein zweites, daneben. Und ein drittes, gegenüber. Eine Straße zwischen ihnen, Asphalt, gebrochen, Moos in den Rissen.
Moldow.
Die Leseprobe endet hier. Wie es weitergeht, steht im Buch.